Was ist es, das viele Menschen tagtäglich so sehr fasziniert, dass sie bereit sind, ihr komplettes Leben über den Haufen zu werfen? Alles aufzugeben, was sie sich bis dahin erarbeitet haben? „Nur“ um das vertraute Heimatland zu verlassen und auf Weltreise zu gehen, den gewohnten Lebensstandard gegen ein Leben im Ungewissen zu tauschen?

Für mich sind es fremde Kulturen, andere Lebensstile, Sprachen, Religionen. Neue Essgewohnheiten, atemberaubende Landschaften und pulsierende Metropolen. Das In-den-Tag-hinein-leben und das Den-Moment-genießen, das Surfen, Wandern und Entdecken. Ein Leben außerhalb der Komfortzone und dafür mitten im Spektakel, das sich unsere Erde nennt…

Mich hat es schon immer in die Welt gezogen. Als ich erst zwei Jahre alt war, erzählt mir meine Mutter immer wieder gerne, habe ich mich nach einem Besuch bei Freunden am Gartentor umgedreht, bin in die entgegengesetzte Richtung gewatschelt und habe meinen Eltern mitgeteilt: „Ich gehe jetzt in die weite Welt“. Weit gekommen bin ich wohl nicht, aber irgendwo in mir hat dieser Traum schon geschlummert. Ich war in meiner Kindheit nie weit weg, meistens campen in Frankreich oder mal Urlaub in Italien oder Spanien. Immer habe ich davon geträumt, in die USA zu reisen und die große weite Welt zu entdecken. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Europa. Es ist so wunderschön und vielfältig, und Frankreichs Atlantikküste gehört bis jetzt zu meinen eindeutigen Lieblingsorten überhaupt. Aber ich wollte weiter weg, wollte über den vertrauten Tellerrand hinausschauen.

Mit 15 hatte ich dann tatsächlich die Möglichkeit, in die USA zu reisen, doch darauf möchte ich jetzt nicht eingehen. Doch Fakt ist: befriedigt hat diese Reise meine Reiselust nicht, nur weiter geschürt. Und mit dem Surfen in Frankreich und Portugal, den vielen Menschen, die ich dabei kennengelernt habe, und ihren Geschichten über die faszinierendsten Länder und Wellen dieser Welt, wurde es langsam klar: Ich muss raus, ich will diese Geschichten selbst erzählen können!

…und unser erster Urlaub ganz auf eigene Faust an Frankreichs Atlantikküste

Seit Sommer 2015 sind Adrian und ich zusammen, und seitdem haben wir auch zusammen geträumt. Er mehr vom Am-Strand-liegen-und-schlafen, ich mehr von Surf-und-Roadtrip-und-Backpacking.-Abenteuer. Doch nach unseren gemeinsamen Urlauben in Frankreich, in denen auch er in Hossegor das erste Mal auf dem Surfbrett stand, und mit strahlenden Augen aus dem Wasser kam, war klar: Wir wollen in die Welt und surfen!

Es ist nicht immer einfach, die Interessen von zwei Personen unter einen Hut zu bekommen. Doch alles ist möglich, und jetzt sitzen wir hier und erfreuen uns wie kleine Kinder an jedem Schritt der Weltreise-Planung, der uns näher an unser Ziel bringt.

 

Alles Liebe, Hannah xx

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