Auch wenn Vegetarismus und gesunde Ernährung heute eigentlich keine Fremdwörter mehr sind, werde ich dennoch ständig gefragt: Warum dies nicht, warum das nicht, was spricht denn bitte dagegen? Welche Gründe gibt es überhaupt, auf Fleisch, Weißmehl oder Zucker zu verzichten?

Deshalb habe ich hier nochmal die Hintergünde dargestellt, auf denen meine Ernährug basiert. Ich will hier sicher nicht den Moral-Apostel spielen, doch ich finde, dass jeder Mensch ein Bewusstsein dafür haben sollte, was er in sich aufnimmt. Denn hier geht es schließlich um unsere Gesundheit, die einfach an erster Stelle stehen sollte. 🙂

Warum kein… Fleisch?

Das mit dem Fleisch ist so eine Sache. Oft bekomme ich vorgehalten, dass es ungesund für den Menschen sei, komplett auf Fleisch zu verzichten, dass die Menschen schon immer Fleisch essen und dass das nunmal unsere Natur ist. Das mag zutreffen. Auf diejenigen, die ihr eigenes Rind im Garten züchten oder sich ihre Hühner selbst schießen.

Massentierhaltung und Tierquälerei

Aber das Fleisch, was man heutzutage im Supermarkt kauft, kommt meistens nicht gerade von der Weide. Eher von Massentierhaltungsanlagen, wo die Rinder bis zu den Knien in ihrem eigenen Dung stehen, und Antibiotika ins Futter gemischt bekommen, um Infektionen durch die Fäkalien zu vermeiden. Die meistens überhaupt kein Gras fressen, wie sie es von Natur aus eigentlich ausschließlich (!) tun, sondern Mais oder Soja, weil das viel billiger und einfacher anzubauen ist.

Hühner werden zusammengezwängt, zehntausende in eine Halle oder in kleine Käfige, wo sie sich gegenseitig die Federn auspicken, weil sie irgendwann durchdrehen. Die, die dabei draufgehen, werden nach Leerung der Halle für die Schlachtung eingesammelt und auf den Müll gekippt. All das widerspricht dem Tierschutzgesetz, ist den Behörden aber scheißegal.

Bedrohung der Artenvielfalt

Unsere Meere sind größtenteils überfischt, tausendfach sterben geschützte Tiere wie Delfine in den Netzen. In Fischzuchten werden so viele Gifte ins Wasser gegeben, um Verseuchung des Fisches an seinen Ausscheidungen zu verhindern, dass Käufer gewarnt werden, diesen Fisch keinen Kindern, kranken Menschen oder Schwangeren zum Verzehr zu geben – er ist zu giftig. Gefüttert werden die Fische mit den Abfallprodukten der Fischproduktion. Mit den Resten ihrer Vorgänger also.

Ressourcenverbrauch

Für ein Kilogramm Rindfleisch werden 1000 l Wasser verbraucht (vergleiche mit einem Sojaburger: 150 l). Abgesehen davon, dass der Markt mittlerweile beherrscht wird von einigen wenigen Großkonzernen, die alle kleineren Farmen bankrott gehen lassen. Tierproduktgroßindustrie hat sich zu einer mechanisierten und anonymisierten Massenvernichtungsanlage entwickelt, und die Transparenz ist meiner Meinung nach kaum vorhanden, wenn ich mich im Supermarkt frage, woher mein Essen kommt. Und so geht das ewig weiter.

Mein Fazit

Das ist einfach der Grund, warum ich mich dagegen entschieden habe, Fleisch (und Fisch zählt für mich genauso dazu) zu essen. Ich denke, das ist eine Entscheidung, die jeder für sich treffen soll – aber in dem Bewusstsein, was er zu sich nimmt. Es spricht sicher nichts dagegen, ab und zu Fleisch beim lokalen Bauern zu kaufen oder im örtlichen Metzger. Aber ich habe mich bewusst dagegen entschieden, und meinem Körper geht es damit bestens. Es ist nachgewiesen, dass bei einer fleischlosen Ernährung das Krebsrisiko und Bluthochdruck sinkt und es seltener Übergewicht gibt. Obst, Gemüse, Milch- und Vollkornprodukte enthalten alle für den Körper essentiellen Stoffe. Allerdings sollten Vegetarier trotzdem besonders auf eine ausgewogene Ernährung achten, um Protein- oder Vitalstoffmängel zu vermeiden.

Warum kein… Weißmehl?

Der Besitzer von dem Bioladen bei mir um die Ecke hat einmal Weißmehl als „totes Mehl“ bezeichnet. Weißmehl ist von allen gesunden Mineralien des Vollen Korns befreit und weist so gut wie keinerlei wertvolle Vitalstoffe mehr auf. Es übersäuert und überzuckert den Körper. Das Abspalten der Kleie und des Keims führt zu einem sehr hohen Kohlenhydratanteil und Verlust der Ballaststoffe, was dazu führt, dass die Stärke im Darm sehr schnell in Zucker gespalten wird. Das wiederum treibt den Blutzucker blitzartig in die Höhe.

Der Verzehr von Weißmehl erhöht das Diabetesrisiko sehr stark, beschleunigt Augenerkrankungen, bei denen Netzhautzellen zerstört werden, und die Bildung von Gallensteinen (verhindern Ausscheiden von Giftstoffen durch die Galle). Es soll außerdem die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen und enthält Stoffe, die süchtig machen, sodass Weißmehlverzehr oft zu Gewichtszunahme führt.

Vollkornmehl dagegen versorgt den Körper mit vielen wichtigen Mineralien und Eiweißen, sorgt für eine gute Verdauung aufgrund des hohen Ballaststoffanteils und sättigt gut. Der Nachteil: Vollkornmehl sollte bestmöglich frisch gemahlen werden, da bei Lagerung die im Keim enthaltenen Fette ranzig werden können. Hierbei ist es natürlich genial, eine eigene Mühle zuhause zu haben, so dass man sein Mehl jederzeit frisch mahlen kann. Oft gibt es aber in Bioläden auch Mühlen, sodass man das Korn, das man kauft, direkt mahlen kann.

Warum kein… raffinierter Zucker?

Zuerst mal die gute Nachricht. Zucker ist lebensnotwendig für uns, denn der Körper findet in Glucose seinen wichtigsten Energielieferant.

Aber Vorsicht! Zucker ist nicht gleich Zucker. Weißer Haushaltszucker enthält, wie Weißmehl, absolut nichts mehr von seiner ursprünglich gesunden, mineralstoffhaltigen Melasse. Doch Zucker braucht Begleitstoffe wie Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe, um vom Körper vollständig verstoffwechselt zu werden. So erhält der Körper seine Energie, ohne dass der Blutzuckerspiegel stark schwankt. Auch ein Übermaß an natürlichem Zucker kann krank machen, aber wer isst schon zentnerweise Obst und Vollkornprodukte zu jeder Mahlzeit.

Wirkung von Zucker

Haushaltszucker dagegen, der nur noch aus isolierten Kohlenhydraten besteht, lässt den Blutzuckerspiegel enorm schwanken, da er schnell ins Blut geht und so für Insulinausschüttung sorgt. Irgendwann ist die Bauchspeicheldrüse aber überfordert, kann kein Insulin mehr ausschütten und als Folge entsteht Diabetes.

Ein dauernd erhöhter Insulinspiegel wirkt außerdem entzündungsfördernd und beschleunigt die Entwicklung von Müdigkeit, Energie- und Antriebslosigkeit, über Verdauungsprobleme aller Art wie zum Beispiel Verstopfung bis hin zu chronischen Krankheiten.

Dazu wird industriell hergestellte Fructose (die übrigens nicht aus Früchten, sondern meist gentechnisch veränderter Mais- oder Kartoffelstärke erzeugt wird) sehr schnell vom Körper in Fett umgewandelt, befriedigt aber unsere Heißhungerattacken nicht längerfristig, was zu Übergewicht und somit einem weiteren unangenehmen Problem führt.

Heißhungerattacken auf Süßes oder Weißmehlprodukte deuten lediglich auf einen Vitalstoffmangel hin, und können so mit dem Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten usw. auch gut in den Griff bekommen werden.

Auch füttern industrielle Fructose Krebszellen und unterstützen somit deren Gedeihen.

In Saccharose, dem industriell aus Zuckerrohr und –rüben gewonnenem weißen Zucker, sind zusätzlich chemische Bleich- und Reinigungsmittel wie Chlor- und Schwefeloxid, sowie Trennstoffe, die das Verkleben verhindern, enthalten.

Alternativen zu weißem Haushaltszucker

Auch Rohrohrzucker und Vollrohrzucker sind immer noch konzentrierte Zuckerarten, und sollten deshalb nicht als gesund angesehen werden. Vollrohrzucker ist jedoch komplett unraffiniert, weswegen er unter den Zuckerarten noch die beste, „gesündeste“ Möglichkeit darstellt.

Weitere Möglichkeiten sind Ahornsirup, der zusätzlich zu einem vergleichsweise hohen Mineralstoffanteil auch Antidioxanten und Stoffe, die gut gegen Diabetes sind, aufweist. (Das heißt aber nicht, dass er gesund ist! Die Menge an Mineralstoffen ist immer noch gering und zählt deswegen nicht als Ausrede, literweise Aornsirup zu essen. Aber wer kann sich das schon leisten… :D) Oder Dattel-/Reissirup, die über einen geringeren Anteil an freier Fructose verfügen, und auch naturbelassener Imkerhonig, in dem noch wichtige Enzyme enthalten sind. Auch Kokosblütenzucker wirkt sich angeblich eher gering auf den Blutzuckerspiegel aus, hat nur einen geringen Fructoseanteil und enthält viele wichtige Mineralien. In Breis oder Smoothies dagegen können auch Bananen oder Datteln zu einer angenehmen Süße verhelfen.

Konsequenzen ziehen

So, ganz viele Informationen rausgehauen. Das ist nicht schwer. Schwerer ist die Entscheidung, was du jetzt mit diesen Informationen anstellst.

Ich halte es so: Ich verzichte so komplett auf Fleisch und so gut es geht auf andere tierische Produkte. Und versuche, so natürlich wie möglich zu essen. Das heißt, viel frisches Gemüse, viel Obst, viele unbehandelte Produkte. Und so gut es geht auch auf Weißmehl und Zucker verzichten. Das Geheimnis ist aber, sich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzten! Im Rahmen einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ist es auch völlig okay, mal ein Stück Kuchen, Eis oder Schokolade zu essen. Denn zugegeben, dieses Zeug ist einfach lecker. Und bevor du deine Omi zutiefst enttäuscht, weil du an ihrem Geburtstag nicht einmal von der leckeren, selbstgerechten Torte probierst… 😀 Balance ist das Schlüsselwort. Und: gesund essen macht Spaß! 🙂

 

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